Die Impossible I1 – Eine Polaroid Kamera der neuen Generation?

Veröffentlicht am: 17.02.2017

Wie ihr ja sicher bereits wisst, schieße ich seit einigen Jahren schon Polaroids — einfach für mich, quasi als Tagebuch-Ersatz. Verwendet habe ich eine SX-70 dafür, ne Polaroid-Kamera mit gut 40 Jahren auf dem Buckel. Die Filme kommen vom Impossible Project, da Polaroid (bis auf die Marke) nicht mehr existiert. Also eigentlich alles tutti: die Kamera funktioniert tadellos und die Filme werden mit jedem Release besser (auch wenn das bei diesem Medium nicht wirklich eine Rolle spielt). Ich war zufrieden — und dann kommt Impossible mit der i1 um die Ecke. Naa toll!

Sofortbildkamera mit App

Auf einmal ist da die Polaroid-Kamera aus der Neuzeit. Konsequent simples Design, ein vernünftiger Autofokus, ein eingebauter Ringblitz — und dann stecken die da auch noch Bluetooth rein. Man, wenn das mal nicht cool ist. Doch wirklich, das ist ausnahmsweise cool. Impossible schafft es so, den Point und Shoot Charakter der Polaroid zu erhalten — anmachen, drauf drücken, fertig — und gibt interessierten Anwendern trotzdem Möglichkeiten der manuellen Steuerung, die bisher nicht so ohne Weiteres möglich waren. Mit Hilfe der per Bluetooth verbundenen App kann man vollständig manuell belichten, hat die Möglichkeit Doppel- und Langzeitbelichtungen aufzunehmen und hat diverse Fern- und Selbstauslöser zur Verfügung.

Das allgemeine Handling ist gut, wenn auch sperrig zu Beginn. Nach kurzer Eingewöhnung hat man den Viewfinder kapiert und das Framing geht locker von der Hand. Der Wechsel zwischen Aus, An und Bluetooth ist schön gelöst und auch die Anzeige des Akkustands über x leuchtende Lichter im Ringblitz ist hübsche Detailarbeit.

Ein paar Kleinigkeiten fallen im Vergleich zu SX-70 aber dann doch ins Gewicht. Obwohl die I1 wirklich nicht schwer ist, durch ihre Bauform nimmt sie doch ordentlich Platz weg. Der Faltmechanismus der SX-70 ist da einfach unschlagbar. Des Weiteren ist der eingebaute Blitz, verglichen mit dem "In-die-Fresse-Blitz" von Mint ne ganz schön schwache Funzel. Aber gut, das ist meckern auf hohem Niveau. Viel mehr vermisse ich nämlich nicht, außer einen Synch-Port für Blitze. Das wäre sehr sehr praktisch.

Filme für die Impossible I1

Neue Filme gibt es für die I1 auch, nämlich solche ohne eingebaute Batterie. Das ist umweltschonend und, naja, kostet 2€ weniger. Konsequent ist aber, dass die Kamera auch ohne Probleme mit den alten 600er Polaroid Filmen arbeitet. Das heißt man kann die gleichen geilen Roundframes, Duo-Color-Filme und all den tollen Kram, den das Impossible Project bisher so produziert hat, nutzen. Perrrfekt!

Ich mag sie!

Ja, die Impossible I1 fühlt sich gut an. Es macht Bock mit ihr zu fotografieren. Der moderne, minimalistische Body gepaart mit der wundervollen Ästhetik der quadratischen Polaroids ist ne dufte Kombi. Apropos Duft: Natürlich riechen auch die neuen Filme genauso toll nach Chemie, wenn man die Packung öffnet – herrlich.

Good Job, Impossible Project! You guys rock <3

Fotos