Die Sache mit der Bildauswahl

Veröffentlicht am: 12.01.2014

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ein dummer Spruch und irgendwie falsch. Gut, manchmal kann eine große Auswahl tatsächlich quälen, aber das ist doch wohl eher die Ausnahme. Zu viel Essen auf dem Tisch? Oh wie schlimm. Zu viel schöne Kleidung im Schrank? Hei, das ist aber auch verzwickt. Wir haben eine innere Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Doch die ist vollkommen unbegründet, denn eine richtige oder falsche Entscheidung ist Illusion. Es gibt nur die Entscheidung — ob richtig oder falsch entscheidet die Perspektive.

Und manchmal liebe ich es, mich entscheiden zu müssen. Gerade in der Fotografie ist diese Entscheidung doch das, was ein Foto ausmacht. Im Übrigen auch die Entscheidung, ein Foto nicht zu schießen — aber das nur am Rande. Ein Foto ist einmalig. Es hält einen Moment fest, den ich persönlich als wichtig erachtet habe. Dazu gehört auch die Wahl des Schnitts, der Perspektive, der Komposition.

Haben wir nun ein Foto geschossen, ist alles schön und gut, doch häufen sich über einen längeren Zeitraum durchaus ein paar Bilder, sodass wir spätestens bei der Wahl der Portfolios vor einem Haufen an Material stehen. Und da ist sie wieder, die Entscheidung. Genial! Ich breite alle Fotos vor mir aus, Musik an und abtauchen.