Eine Woche mit der Pentax 6×7

Veröffentlicht am: 14.03.2013

Die Pentax 6×7 habe ich jetzt seit knapp 10 Tagen. Eine Wahnsinnskamera! Eine viel zu schwere, viel zu große und viel zu analoge Kamera. Aber genau diese Kamera macht unheimlich Spaß.

Seit die Fotografie zu meinem Beruf geworden ist, habe ich mich viel zu wenig mit der Fotografie beschäftigt. Na klar, das Fotografieren erfüllt mich nach wie vor, bei jedem Job, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen dem Produzieren qualitativ hochwertiger Ergebnisse und dem Fotografieren „frei nach Schnauze“. Das bedeutet nicht, dass „private“ Bilder schlechter, unschärfer oder sonst was sind, sondern vielmehr, dass schlechte Ergebnisse – keine guten Fotos – erlaubt sind. Und diese ungezwungene, kreative Fotografie ist so wichtig.

Mit der Pentax 6×7 entdecke ich diese Seite der Fotografie neu. Ob es nun der große Sucher, der unglaublich laute Spiegelschlag oder die riesigen Negative sind, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Fest steht: Das Fotografieren mit der Pentax 6×7 gefällt mir!

Und nicht nur das: Die analoge Fotografie mit Film & Filmentwicklung lassen mich für einen Moment den aktuellen Wahn der Kamerahersteller vergessen. Keine Fokuscharts, keine 10, 14, 20, 40 MP-Sensoren, kein Pixelpeeping in den dunkelsten Ecken mit ISO 4000. Und keine Direktvergleiche zweier Kameras gleicher „Klasse“.

(Wobei man nicht davon ausgehen sollte, dass es in Foren zu analoger Fotografie gemütlicher zugeht.)

Das Handling der Kamera ist hervorragend. Der große, aber für MF-Kameras unüblich geformte Body macht eine gute Figur. Das Halten der Kamera ist angenehm – -wenn auch schwer,- und gerade der Holzgriff unterstützt das Gewicht sehr gut. Die Objektive sind, verständlicherweise, ein Traum. Satt einrastende Blendenringe und sanft weiches Fokussieren findet man in modernen Objektive nicht mehr. Apropos Objektive: Ich besitze derer zwei, das Standard-(Kit)-Objektiv 105 f2.4, sowie ein Weitwinkel 55 f3.5. Der Sucher ist variabel. Momentan nutze ich einen Prismensucher mit TTL-Messung, ein Lichtschacht soll noch folgen. Durch das Gewicht der Kamera sind die minimalen Verschlusszeiten für die Arbeit ohne Stativ schnell erreicht, weshalb sich dieses natürlich anbietet.

Dazu gibt’s auch noch eine schicke Mirror-Lock-Up-Funktion, die die Verwacklung durch Spiegelschlag bei längeren Belichtungszeiten reduziert.

Die belichteten Rollfilme entwickle ich selber, zunächst nur schwarz-weiß, und digitalisiere die Negative dann mit einem Epson V600 und VueScan. Zu diesem Setup werde ich auch noch etwas schreiben, weil ich besonders von der Software sehr begeistert bin. „Gute Fotos“ schicke ich dann zum Fachlabor und lasse sie professionell scannen oder entwickeln.

Die ersten Eindrücke sind durch die Bank positiv und es mag scheinen, als habe ich die perfekte Kamera gefunden. Mitnichten! Ich bin für den Moment einfach glücklich mit der Kamera und übersehe gern den ein oder anderen Makel..