Kompaktes Kleinbild aus den 60ern — Rollei 35

Veröffentlicht am: 16.12.2016

Seit langem ist ja nun schon die Leica mein ständiger Begleiter — und daran wird sich sicher auch nichts ändern. So ist sie in Sachen Optik und Technik doch wirklich das non plus ultra des voll-manuellen Fotografierens. Dennoch lohnt der Blick über den Tellerrand.

Genau bei so einem Blick sah ich die Rollei 35 – andere Mütter, schöne Töchter, ihr wisst schon.

Die Rollei 35 ist eine super kompakte Kleinbildkamera mit festem Objektiv, Messsucher und Belichtungsmesser. Bei der Rollei 35 gab es über die Jahre viele Varianten, wobei die 35 immer wieder mit diversen Buchstaben ergänzt wurde. Die erste Version wurde bis in die 70er produziert und hatte ein Tessar Objektiv von Zeiss. Die Version danach wurde von Zeiss mit einem Objektiv der Sonnar Reihe ausgestattet und erhielt deshalb den Zusatz S. Die ursprüngliche wurde weiterverkauft — unter dem Namen Rollei 35T. Angeblich soll das Tessar etwas schärfer, dass Sonnar etwas schöner bei Farbfotos abbilden — naja ich glaube nicht, dass es hier große Unterschiede gibt. Allerdings würde ich Euch dringend zu einer dieser Bauformen raten, denn die nachfolgenden Modelle (mit B oder E Zusatz) wurden für einen günstigeren Markt produziert. Aber hey, der Fachmann ist Wikipedia.

Das Handling der Rollei ist gewöhnungsbedürftig, macht aber durchaus Spaß. Die Anordnung von Shutterspeed- und Aperture-Dial, der Hot shoe auf er Unterseite des Kameragehäuses und der super fummelige Fokusring sind dabei nur ein kleiner Teil der Weirdness. Selbst den Film legt man falsch herum ein. Alles komisch, aber nach zwei Minuten Eingewöhnung auch kein großes Ding.

Für viele ungewohnt ist sicherlich auch der Zone focus, da muss man schon gut schätzen können. Denn im Sucher gibt es kein Schnittbild oder eine andere Methode zur Schärfenbeurteilung. Ihr stellt Blende und Verschluss ein und schätzt nun die Entfernung zum Subjekt. Dann wird abgedrückt und gehofft, dass das eigene Auge richtig lag. Im Prinzip aber auch recht einfach, so fotografiert man hier eher mit geschlossenen Blenden und hat dadurch einen Spielraum von ein paar Metern — das geht klar.

Alles in allem ist die Rollei 35 wohl keine Kamera für Bokeh-Fetischisten, aber nen echt schickes Spielzeug, das für Abwechslung in der Kameratasche sorgt.

Eine Strecke mit Beispiel-Bildern findet ihr auf meiner Webseite.